Mannschaftsblitzmeisterschaft
in Gau Algesheim – Remagen holt sich Titel zurück
Gewohntes Bild in der Endtabelle – Worms verpasst besseres Abschneiden
Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten begann die Mannschaftsblitzmeisterschaft diesmal mit einer halben Stunde Verspätung. Ein zu spät gemeldeter Stau führte dazu, dass der Landesspielleiter trotz einer Stunde „Reservezeit“ zu spät ankam. Somit konnte erst mit dreißig Minuten Verspätung die erste Runde gestartet werden.
Eine gemeldete Mannschaft fand erst gar nicht bis Gau Algesheim: Trier Süd trat nicht an, obwohl am Vorabend noch per Telefonat die Teilnahme bestätigt wurde. Somit bekam jede anwesende Mannschaft zwei Freirunden zur Erholung. Daher und um die Verspätung zu Beginn wieder aufzuholen, sprachen sich die anwesenden Spieler per Akklamation dafür aus, auf die Mittagspause zu verzichten und durchzuspielen.
Betrachtet man den TWZ-Schnitt, stellte Remagen – die unbedingt den im Vorjahr an Bann verlorenen Titel zurückholen wollten – mit Elo 2425 und zwei Großmeistern das beste Team. Der SV Worms stellte mit 2345 ebenfalls eine starke Mannschaft auf, und über die Blitzqualitäten des SV Koblenz (2333) braucht man kein Wort zu verlieren. Titelverteidiger Bann fiel mit 2219 doch deutlich ab, wobei die Spielstärke innerhalb der Mannschaft recht unausgeglichen war. Der Gesamtschnitt des Turniers lag bei TWZ 2238, und insgesamt 13 Titelträger (von 44 Spielern) bedeuten – wie gewohnt – eine qualitativ hochwertige Beteiligung.
Gleich die erste Runde begann mit einem Paukenschlag, als der SV Koblenz mit 4:0 gegen Worms erfolgreich blieb. Die Neu-Pfälzer blieben jedoch die Antwort nicht schuldig und meldeten sich in Runde zwei mit einem 3:1 gegen den SV Remagen eindrucksvoll im Turnier an. In Runde drei konnte dann der TSV Schott Mainz gegen den SV Koblenz mit 2,5:1,5 gewinnen, so dass die Rheinhessen gemeinsam mit Bann verlustpunktfrei die Tabelle anführten. Dafür erwischte es den Zweitligisten in der nächsten Runde gleich richtig, als man gegen Remagen mit 0:4 unter die Räder kam. In Runde fünf gab dann auch Bann den ersten Punkt mit einem 2:2 gegen Worms ab.
Immerhin dauerte es bis Runde acht, als Bann ausgerechnet gegen den Tabellenletzten Feilbingert, der damit zu seinem ersten Mannschaftspunkt kam, mit 2:2 den zweiten Punkt abgab und damit erstmals Favorit Remagen die Spitze übernahm. Zur Halbzeit konnten die Remagener ihren Vorsprung auf drei Punkte ausbauen, als sie im direkten Duell mit den Bundesligarivalen zu einem 3:1 Erfolg kamen. Koblenz und Worms folgten mit je einem weiteren Punkt Abstand auf den Plätzen drei und vier, so dass die Aussicht auf die Rückrunde Spannung versprach.
Leider musste jedoch ab diesem Zeitpunkt der SV Worms mit nur drei Spielern auskommen, da einer ihrer Spieler wegen der fehlenden Mittagspause (s.o.) unter Protest den Saal verließ und fortan nicht mehr antrat. Damit schadete er seiner Mannschaft, für die an diesem Tag sicherlich mehr drin war als sich nachher im Endergebnis ausdrückt.
Trotz dieses Handicaps revanchierte sich Worms gegen Koblenz für die Auftaktniederlage und gewann mit drei Spielern noch mit 2,5:1,5. Anschließend knöpften die Nibelungenstädter mit ihren drei Spielern Tabellenführer Remagen mit 2:2 einen weiteren Punkt ab und schlugen dann Frankenthal gar mit 3:1. Somit lagen sie nach vier Runden der Rückrunde mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer auf dem zweiten Platz, punktgleich mit Bann, und drei Punkte vor Koblenz und Schott Mainz. Dann jedoch musste Worms dem Umstand Tribut zollen, dass man ständig einem 0:1 Rückstand hinterher laufen musste, und gab Punkt auf Punkt ab. Am Ende landete man mit auf dem sechsten Rang. Auch Remagen zeigte keine überzeugende Rückrunde und gab insgesamt neun Mannschaftspunkte ab. Trotzdem reichte es am Ende zum erneuten Titelgewinn. Der SV Koblenz belegte mit einem Punkt Rückstand den zweiten Platz und ist damit ebenso wie der SK Landau auf Rang drei für das nächste Jahr wieder vorberechtigt. Punktgleich mit den Pfälzer Rivalen kam Titelverteidiger Bann auf Rang vier ein, und muss sich nun bei den Regionalverbandsmeisterschaften erneut qualifizieren. Der TSV Schott Mainz spielte ein gute Turnier und belegte am Ende Rang fünf, gefolgt von den Rivalen aus Worms.
Zum siebten Platz, den der SK Ludwigshafen belegte, klafft eine deutliche Lücke, obwohl der
Oberligist mit einer starken Mannschaft aufwarten konnte. Der SK Frankenthal, die SG Kaiserslautern/Mehlingen und Ausrichter Gau Algesheim folgten auf den weiteren Plätzen, und den Abschluss bildete, zwar deutlich abgeschlagen, aber mit guten Ergebnissen ausgerechnet gegen die Tabellenspitze, der SK Feilbingert.
Ich möchte dem Team des SK Gau Algesheim danken, das für die Vorbereitungen und die Bereitstellung der Infrastruktur verantwortlich zeichnete und die Teilnehmer während des Turnies betreute. Vielleicht gibt es im nächsten Jahr den Hattrick mit einer erneuten Ausrichtung?
Brettmeister wurden:
Brett 1: GM Petar Popovic, SV Remagen 17,0 Punkte (77 %)
Brett 2: GM Slim Belkhodja, SV Remagen 18,5 Punkte (84 %)
Brett 3: Atanas Kurtenkov, SV Worms 16,5 Punkte (75 %)
Brett 4: Volker Schlick, SV Koblenz 19,0 Punkte (86 %)
Nachfolgend die Abschlusstabelle: